Der Schwerpunkt von Daniel Rückerts Forschung liegt in der Entwicklung von KI in der Radiologie, insbesondere zur computergestützten Diagnose und Prognose. Daniel Rückerts Forschungsgruppe entwickelt Algorithmen zur Bilderakquisition, Bildanalyse und Bildinterpretation – insbesondere in den Bereichen Registrierung, Rekonstruktion, Tracking, Segmentierung und Modellierung. Zum anderen arbeitet Rückert an einer KI, die insbesondere zur Prävention und Früherkennung sowie zur computergestützten Diagnose und Prognose herangezogen werden kann – dies mit dem Ziel, aus medizinischen Bildern klinische Informationen extrahieren zu können. Der dritte große Arbeitsbereich liegt in der Entwicklung von KI-Methoden, die erklärbar, transparent und datenschutzkonform sind. Rückerts Erfolge in der Beschleunigung von Bildaufnahmeprozessen führten dazu, dass Erkrankungen heute besser und individualisierter diagnostiziert und therapiert werden können. Darüber hinaus haben sie das Potenzial, die biomedizinische Forschung zu verändern. So kann beispielsweise der Prozess zur Entdeckung und Entwicklung neuer pharmazeutischer Wirkstoffe (Drug Discovery) beschleunigt werden.
Daniel Rückert studierte Informatik an der Technischen Universität (TU) Berlin. 1997 wurde er am Imperial College London/UK promoviert. Nach einer Station als Postdoktorand am King’s College London/UK war Rückert erneut am Imperial College London/UK tätig – zwischen 1999 und 2005 als Assistenzprofessor und zwischen 2016 und 2020 als Dekan des Departments of Computing. Seit 2005 hat er hier zudem die Professur für Visual Information Processing inne. Darüber hinaus folgte er 2020 dem Ruf auf die Professur für Artificial Intelligence in Healthcare and Medicine der TU München. Zudem ist Rückert u. a. Mitglied der Royal Academy of Engineering, UK (seit 2015), der Academy of Medical Sciences in London/UK (seit 2019) sowie der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (seit 2024). Die Leopoldina nahm ihn 2023 als Mitglied in die Sektion Informationswissenschaften auf. 2020 wurde Daniel Rückert mit der Alexander von Humboldt Professur der Alexander von Humboldt-Stiftung geehrt.
Mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis erhält Daniel Rückert nun den wichtigsten Forschungsförderungspreis in Deutschland. Der von der DFG vergebene Preis würdigt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Wissenschaftsgebiete. Das Preisgeld von je 2,5 Millionen Euro können sie bis zu sieben Jahre lang für ihre künftige Forschung verwenden. Unter den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern finden sich zahlreiche Leopoldina-Mitglieder. 2025 erhalten neben Daniel Rückert auch die Akademie-Mitglieder Maria-Elena Torres-Padilla, Hannes Leitgeb und Volker Haucke einen Leibniz-Preis.