Jutta Gärtner ist Kinderärztin und gilt als eine der führenden Wissenschaftlerinnen auf dem Gebiet der Neuropädiatrie. Schwerpunkte ihrer Forschung sind neurometabolische und neurodegenerative Krankheiten bei Kindern und Jugendlichen, wie zum Beispiel kindliche Demenzerkrankungen und die kindliche Multiple Sklerose. Mit ihrer Forschung will sie die Ursachen dieser seltenen Erkrankungen aufklären und zur Entwicklung neuer Therapieansätze beitragen. Jutta Gärtner möchte insbesondere Ansätze entwickeln, die vor dem Ausbruch der Erkrankung schützen. Zugleich setzt sie darauf, dass innovative Therapien auch für bereits erkrankte Kinder und Jugendliche gefunden werden können. Sie engagiert sich daher für die translationale Verknüpfung der grundlagenwissenschaftlichen Erkenntnisse mit patientenorientierten Therapieansätzen. Ziel ist es, die Ergebnisse der Grundlagenforschung zeitnah in die klinische Anwendung zu bringen.
Jutta Gärtner studierte Humanmedizin an der Katholischen Universität Leuven/Belgien sowie an der Universität Hamburg. Nach Approbation und Promotion ging sie 1988 als Postdoktorandin und Ärztin in die USA. 1995 wurde sie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf habilitiert. Seit 2002 ist sie Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Göttingen mit dem Schwerpunkt Pädiatrische Neurologie. Jutta Gärtner wurde bereits mehrfach ausgezeichnet. 1996 erhielt sie den Gerhard Hess-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), im Jahr 1990 den Child Research Award der US-National Institutes of Health (NIH) und 2019 den Hamburger Wissenschaftspreis der Hamburgischen Stiftung für Wissenschaften, Entwicklung und Kultur Helmut und Hannelore Greve. Seit 2014 ist Jutta Gärtner Mitglied der Leopoldina und seit 2021 Sekretarin der Klasse III – Medizin und damit Mitglied des Leopoldina-Präsidiums. Seit 2021 ist sie Vorsitzende des Human Rights Committee der Leopoldina, das sich weltweit für verfolgte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einsetzt.
Die Klüh Stiftung, gegründet von einem Multiservice-Unternehmen aus Düsseldorf, fördert Innovationen in Wissenschaft und Forschung. Seit 1987 wurden Stiftungspreise mit einem Gesamtvolumen von circa 780.000 Euro vergeben. In den vergangenen Jahren waren es überwiegend medizinische Forschungsprojekte. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert.