Die Leopoldina hat eine neue Abteilung Forschungsbibliothek und Wissenschaftsreflexion etabliert, die die bisherigen Abteilungen Archiv & Bibliothek, Wissenschaftliche Redaktion und Zentrum für Wissenschaftsforschung zusammenführt. Ziel ist es, die Arbeitsbereiche Kulturguterhalt, Akademie- und Wissenschaftsgeschichtsforschung sowie wissenschaftliche Publikationen noch besser zu verzahnen. Leiter der neuen Abteilung Forschungsbibliothek und Wissenschaftsreflexion ist der bisherige Leiter von Archiv & Bibliothek, Dr. Danny Weber.
Prof. Dr. Peter Strohschneider übernimmt als Forschungskurator die wissenschaftliche Leitung des Bereichs Forschung und Wissenschaftsreflexion und den Vorsitz des Forschungsbeirats. „Ich bin hocherfreut, Peter Strohschneider mit seiner herausragenden Expertise für Wissenschaftsreflexion und Forschungspolitik als Forschungskurator gewonnen zu haben“, sagt die Präsidentin der Leopoldina, Prof. Dr. Bettina Rockenbach.
Prof. Dr. Peter Strohschneider ist Mediävist und seit 2014 Mitglied der Leopoldina in der Sektion Kulturwissenschaften. Außerdem hat er zahlreiche Funktionen in wissenschaftlichen Gremien und Wissenschaftsorganisationen inne, national und international. Im Zusammenhang mit seinen wissenschaftspolitischen Aufgaben setzt sich Strohschneider publizistisch mit Fragen der Wissenschaftsforschung, der Entwicklung des Wissenschaftssystems und seiner Institutionen (Universitäten, Bibliotheken, Sammlungen) sowie der allgemeinen Wissenschaftspolitik auseinander. 2024 erschien sein Buch „Wahrheiten und Mehrheiten. Kritik des autoritären Szientismus“, in dem er sich mit der Rolle von Wissenschaft in gesellschaftlichen und politischen Diskussions- und Entscheidungsprozessen auseinandersetzt.
Peter Strohschneider studierte Germanistik und Geschichtswissenschaft, daneben Rechtswissenschaft, Soziologie und Politikwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München. Dort wurde er 1984 promoviert, 1991 habilitierte er sich für Deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Von 1992 an lehrte Strohschneider an der Technischen Universität Dresden, bis er 2002 dem Ruf auf den Lehrstuhl für Germanistische Mediävistik an der LMU München folgte. Von 2006 bis 2011 war Strohschneider Vorsitzender des Wissenschaftsrats; von 2013 bis 2019 leitete er die Deutsche Forschungsgemeinschaft als deren Präsident. 2024 war er Special Adviser to the President of the European Commission und Vorsitzender des Strategischen Dialogs zur Zukunft der EU-Landwirtschaft.