Rotem Soreks Team entschlüsselte molekulare Mechanismen des bakteriellen "Immunsystems". Sie untersuchten, wie Bakterien gegen sogenannte Phagen ankämpfen – also gegen Viren, die Bakterien attackieren und zerstören können. Diese Forschungen führten zu der Erkenntnis, dass Bakterien ein komplexes Netzwerk von über 100 Anti-Phagen-Immunsystemen kodieren. Eines der wichtigsten Ergebnisse aus Soreks Studien ist die Entdeckung, dass beim Menschen Schlüsselkomponenten des angeborenen Immunsystems im Laufe der Evolution aus archaischen bakteriellen Systemen entstanden sind, die gegen Phagen schützen. In den letzten Jahren hat sich die Arbeitsgruppe um Rotem Sorek darauf fokussiert, wie sich die Phagen den bakteriellen Abwehrmechanismen entziehen. Ob die identifizierten Resistenzmechanismen auch bei Viren des Menschen existieren, steht im Mittelpunkt der aktuellen Forschungstätigkeiten der Arbeitsgruppe.
Rotem Sorek studierte Lebenswissenschaften und Genetik in Tel Aviv/Israel, und promovierte 2007 in Humangenetik an der Universität Tel Aviv. Nach einer zweijährigen Station als Post-Doktorand am Lawrence Berkeley National Lab in Berkeley/USA wechselte er zum Weizmann Institute of Science, wo er ab 2014 als Associate Professor wirkte, bevor er 2018 zum Full Professor am Department of Molecular Genetics berufen wurde. Gegenwärtig leitet Sorek das Knell Family Center for Microbiology am Weizmann Institute und ist Gastprofessor am Gene Center und dem Department für Biochemie der LMU München. Für seine Forschungsleistungen hat er bereits eine Reihe von Auszeichnungen erhalten. Zu den wichtigsten Preisen zählen der Anniversary Prize der Federation of the European Biochemical Societies (FEBS) im Jahr 2014, der Beutler Research Program Award (2019), der Andre Deloro Prize (2021) und der Max-Planck-Humboldt-Forschungspreis (2023). In diesem Jahr erhielt Sorek zudem bereits den Gruber-Preis für Genetik. Neben der Leopoldina, deren Mitglied Sorek 2022 wurde, gehört er einigen anderen Wissenschaftsakademien sowie Fachgesellschaften an, etwa der Young Israel Academy of Sciences (seit 2012), der European Academy of Microbiology (seit 2015), der European Molecular Biology Organization (seit 2018) oder der National Academy of Sciences (seit 2025).
Mit dem Robert-Koch-Preis ehrt die gleichnamige Stiftung unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Gesundheit wissenschaftliche Durchbrüche, die zu einem besseren Verständnis von Krankheiten und der Entwicklung neuer Therapiemöglichkeiten beitragen. Er gilt als eine der angesehensten wissenschaftlichen Auszeichnungen Deutschlands und ist mit 120.000 Euro dotiert. Bereits in der Vergangenheit wurden Leopoldina-Mitglieder mit dem Preis geehrt – etwa Andreas Bäumler (2021), Ralf Bartenschlager (2015) oder der spätere Nobelpreisträger Tasuko Honjo (2012).