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Christian Drosten mit Berliner Wissenschaftspreis ausgezeichnet

Christian Drosten mit Berliner Wissenschaftspreis ausgezeichnet

Prof. Dr. Christian Drosten
Foto: Oliver Abraham

Der Virologe Christian Drosten erhält den mit 40.000 Euro dotierten Berliner Wissenschaftspreis 2020 für seine herausragenden Forschungsleistungen zu epidemischen Lungeninfektionen sowie seinen Beitrag zur Pandemie-Prävention und internationalen Gesundheitssicherheit. Der Preis wurde ihm im Juli im Rahmen der Ausstellung zur Wissensstadt Berlin 2021 verliehen. Christian Drosten ist seit 2021 Mitglied der Leopoldina in der Sektion Mikrobiologie und Immunologie.

Christian Drosten zählt zu den weltweit führenden Experten für Coronaviren. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Evolution und Diversität von Viren, insbesondere Coronaviren, sowie die Herkunft viraler Krankheitserreger aus dem Tierreich. Coronaviren sind unter Säugetieren und Vögeln weit verbreitet. Beim Menschen verursachen sie in der Regel milde Erkältungskrankheiten, können aber auch schwere Lungenentzündungen mit tödlichem Verlauf hervorrufen. Drosten erforscht Herkunft und Verbreitung dieser Viren. Er hat herausgefunden, dass das MERS-Virus vom Kamel stammt und eine übertragbare Lungenentzündung hervorruft. Für den Nachweis einer MERS-Infektion entwickelte er den ersten diagnostischen Test. 2003 hat er mit seinem Team das erste SARS-Coronavirus entdeckt (SARS-CoV). Drostens Arbeitsgruppe sequenzierte das Genom von SARS-CoV und entwickelte binnen kurzer Zeit einen diagnostischen Test. Anfang 2020 wurde ein neues Coronavirus identifiziert: SARS-CoV-2, das die Krankheit COVID-19 auslösen kann, und sich rasch weltweit verbreitete. Als Experte für Coronaviren erlangte Christian Drosten in der Pandemie eine hohe Bekanntheit. Er entwickelte den ersten Test für SARS-CoV-2, der auf der Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR) beruht, und charakterisierte essentielle Merkmale der COVID-19 Erkrankung. Seit Beginn der Pandemie beriet der Virologe Politik und Institutionen und informierte die Öffentlichkeit über das Infektionsgeschehen und dessen Hintergründe, unter anderem in dem mehrfach ausgezeichneten NDR-Podcast „Das Coronavirus-Update“.

Christian Drosten studierte Humanmedizin an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Er wurde 2003 promoviert. Von 2002 bis 2007 forschte er am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg, wo er die Klinische Virologie leitete. 2007 wurde er Direktor des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Bonn. Seit 2017 leitet der Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie das Institut für Virologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin und die Fachabteilung Virologie der Labor Berlin – Charité Vivantes GmbH. Er ist Stellvertretender Koordinator des Forschungsbereichs „Neu auftretende Infektionskrankheiten“ am Deutschen Zentrum für Infektionsforschung und Sprecher des Nationalen Forschungsnetzes „Zoonotische Infektionskrankheiten“. Seit 2018 ist er zudem Wissenschaftlicher Leiter des interdisziplinären Zentrums Charité Global Health. Drosten ist Mitglied im Beirat der Deutschen Gesellschaft für Virologie und seit 2017 Koordinator des Forschungsverbundes zur Risikobewertung bei präpandemischen respiratorische Infektionserkrankungen (RAPID) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Für seine Arbeit wurde Christian Drosten bereits vielfach ausgezeichnet. 2005 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande für die Identifizierung des SARS-Coronavirus und die Entwicklung des ersten diagnostischen Tests. Im Oktober 2020 folgte das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse für die Entwicklung eines Nachweistests für SARS-CoV-2. Besonders hervorzuheben ist sein Engagement in der Wissenschaftskommunikation während der Coronavirus-Pandemie, für das er mit einer Vielzahl an Preisen geehrt wurde. Für seinen Podcast „Das Coronavirus-Update“ gemeinsam mit dem NDR erhielt er den Grimme-Online-Award und den Sonderpreis des Deutschen Radiopreises. Die Klaus-Tschira-Stiftung ehrte ihn mit dem KlarText-Sonderpreis für Wissenschaftskommunikation. Darüber hinaus erhielt er den Communicator-Sonderpreis für herausragende Wissenschaftskommunikation in der Corona-Krise der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Zuletzt wurde er mit der Leibniz-Medaille der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften ausgezeichnet.

Der Berliner Wissenschaftspreis wird seit 2008 jährlich durch den Regierenden Bürgermeister von Berlin vergeben. Die mit 40.000 Euro höchstdotierte Wissenschaftsauszeichnung des Landes Berlin ehrt herausragende Forschungsleistungen, die in der Hauptstadt entstanden sind.

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