Wissenschaftsdiplomatie
Wissenschaftsdiplomatie verbindet Wissenschaft mit Außenpolitik. Sie eröffnet Dialogräume, wo politische Kanäle blockiert sind, baut Brücken zwischen Gesellschaften und stärkt internationale Partnerschaften, wo klassische Diplomatie an Grenzen stößt. Als Nationale Akademie nutzt die Leopoldina ihre Reputation, Vernetzung und Expertise, um außenpolitische Prozesse zu begleiten, und steht auch in Krisenzeiten an der Seite ihrer Partner.
Zuletzt bearbeitet: 17. Juni 2026
Wissenschaft als Brückenbauerin
Weitere Informationen
Seit 2014 koordiniert die Leopoldina im Rahmen des Berlin Prozesses für den westlichen Balkan im Auftrag der Bundesregierung die Säule „Bildung, Wissenschaft und Innovation“ mit Wissenschaftsakteuren aus 16 europäischen Staaten. Die ist ein Beispiel dafür, dass Bildung und Forschung Versöhnung und gemeinsame Zukunftsgestaltung fördern kann. Ziel der Initiative ist es, die Westbalkan-Länder frühzeitig in EU-Strukturen zu integrieren, regionale Kooperation zu fördern und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Wissenschaftsdiplomatie schafft hier „Safe Spaces“ für proeuropäischen Diskurs und schützt Zusammenarbeit vor politischen Eingriffen.
Wissenschaft als „inoffizielle Diplomatin“
Globale Herausforderungen wie Klimawandel oder Energieversorgung erfordern internationale Antworten und langfristige Strategien. Wissenschaftsdiplomatie bietet Räume für Verhandlungen und Konsensstiftung – trotz Differenzen und geopolitischer Spannungen. Die Leopoldina engagiert sich deshalb auch in Partnerschaften unter ungleichen Akteuren, etwa mit der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (CAS). 2018 starteten die Leopoldina und die CAS gemeinsam die Konferenzreihe „Science for Future“, um die zentrale Rolle der Grundlagenforschung für Gesellschaft und Zukunftsgestaltung hervorzuheben.
Kontakt Dr. Ruth Narmann