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Claudia Wiesemann erhält Wissenschaftspreis des Landes Niedersachsen

Claudia Wiesemann erhält Wissenschaftspreis des Landes Niedersachsen

Prof. Dr. Claudia Wiesemann
Foto: Privat

Die Medizinethikerin Claudia Wiesemann, Direktorin des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin an der Universitätsmedizin Göttingen und Mitglied der Leopoldina, wurde mit dem „Wissenschaftspreis Niedersachsen 2022“ ausgezeichnet. Claudia Wiesemann, die als Pionierin der Medizinethik in Deutschland gilt, wird dafür geehrt, die wissenschaftliche Exzellenz und internationale Sichtbarkeit des Fachs entscheidend vorangetrieben zu haben. Die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde ihr am 15. November 2022 in Hannover vom Niedersächsischen Minister für Wissenschaft und Kultur, Falko Mohrs, überreicht.

Claudia Wiesemann forscht zu ethischen Fragen des guten Lebens in Medizin und Gesundheitswesen. Dabei interessiert sie insbesondere, wie sich neue medizinische Möglichkeiten zum einen und die Vorstellungen der Menschen von einem guten Leben zum anderen wechselseitig bedingen. Der Wissenschaftlerin geht es unter anderem darum, der Perspektive von Patientinnen und Patienten in der Medizin mehr Einfluss zu verschaffen. Sie hat sich dazu auch mit dem Zusammenhang von Autonomie und Vertrauen in der modernen Medizin näher befasst.

Nach dem Studium der Medizin, Geschichte und Philosophie wurde Claudia Wiesemann in Medizingeschichte promoviert und habilitierte sich für das Fach Geschichte und Ethik der Medizin. Seit 1998 ist die Wissenschaftlerin Direktorin des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin der Universitätsmedizin Göttingen. Claudia Wiesemann war von 2012 bis 2016 Mitglied und von 2016 bis 2020 Stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Ethikrats. Von 2002 bis 2012 war die Medizinethikerin Präsidentin der Akademie für Ethik. Claudia Wiesemann ist seit 2021 Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina in der Sektion Wissenschaftsphilosophie. Seit 2019 ist sie außerdem Mitglied der Wissenschaftlichen Kommission „Lebenswissenschaften“ der Leopoldina.

Die Wissenschaftlerin bringt ihr interdisziplinäres Wissen in aktuelle gesellschaftliche Debatten ein. In zahlreichen Veröffentlichungen, Interviews und Podcasts nimmt Claudia Wiesemann Stellung zu gesellschaftlich relevanten Themen – etwa zu Elternschaft und Familiengründung mit Hilfe von Fortpflanzungsmedizin sowie zu Sucht, Kinderrechten in der Medizin, Inter- und Transsexualität, Organspende und Vorstellungen von Tod und Sterben.

Mit dem Wissenschaftspreis Niedersachsen werden seit 2007 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler niedersächsischer Hochschulen ausgezeichnet, die sich durch wissenschaftliche Exzellenz und ebenso in herausragender Weise um die Hochschulentwicklung verdient gemacht haben. Auch Studierende, die hervorragende Leistungen im Studium erbringen oder sich besonders engagieren, werden durch die Auszeichnungen gewürdigt.