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Mitglied im Fokus | Freitag, 11. Dezember 2020

Volker Springel wird der Leibniz-Preis 2021 zuerkannt

Volker Springel wird der Leibniz-Preis 2021 zuerkannt

Prof. Dr. Volker Springel

Volker Springel, Direktor am Max-Planck-Institut für Astrophysik in Garching, gehört zu den zehn mit dem Leibniz-Preis 2021 ausgezeichneten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) würdigt damit Springels Beiträge zur Erforschung der Entwicklung von Galaxien. Das Preisgeld in Höhe von 2,5 Mio. Euro kann der Physiker ohne thematische Vorgabe seitens der DFG für seine Forschungsarbeiten verwenden.

Volker Springel entwickelte neue numerische Methoden, die den Präzisionsstandard auf dem Gebiet der Numerischen Astrophysik beträchtlich erhöht haben. Mit umfassenden Simulationen erforscht er die Entstehung von Galaxien und konnte damit die Entwicklung des Universums aus den Anfangsbedingungen des Urknalls berechnen. Er hat dadurch auch zu einem neuen Verständnis darüber beigetragen, wie der vielfältig strukturierte Kosmos aus einem frühen, nahezu gleichförmigen Universum entstanden ist. Außerdem hat Springel gezeigt, dass die Galaxienentstehung ein selbstregulierender Prozess ist.

Springel studierte Physik in Tübingen und Berkeley (USA). Nach seiner Promotion in Astrophysik an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München ging er an die Harvard University (Cambridge, USA), bevor er ab 2001 in verschiedenen Positionen am Max-Planck-Institut für Astrophysik (MPA) in Garching forschte. Als einer der Gründungsgruppenleiter nahm er 2010 eine Professur an der Universität Heidelberg und dem Heidelberger Institut für Theoretische Studien an. Im Jahr 2018 kehrte er als Direktor an das MPA zurück. Zudem ist Springel seit 2018 Honorarprofessor für Astrophysik an der LMU München. Mitglied der Leopoldina wurde Springel 2016, zum internationalen Mitglied der US-amerikanischen National Academy of Sciences wurde er 2020 ernannt.

Der Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis wird seit 1986 jährlich von der DFG verliehen. Pro Jahr können bis zu zehn Preise mit einer Preissumme von jeweils 2,5 Millionen Euro vergeben werden. Zu den zehn aktuell Ausgezeichneten gehören neben Volker Springel noch die Leopoldina-Mitglieder Asifa Akhtar, Elisabeth André, Rolf Müller und Jürgen Ruland. Das Preisgeld des wichtigsten Forschungsförderpreises in Deutschland wird von den Geehrten zur Finanzierung der Forschung genutzt, wobei es hier keine thematischen Vorgaben von der DFG gibt. Die Verleihung der Leibniz-Preise 2021 erfolgt im kommenden Jahr am 15. März in einem virtuellen Rahmen.

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