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Prof. Dr.

Nils Brose

Wahljahr: 2014
Sektion: Physiologie und Pharmakologie/Toxikologie
Stadt: Göttingen
Land: Deutschland
CV Nils Brose - Deutsch (pdf)

Forschung

Forschungsschwerpunkte: Molekulare Mechanismen der Synaptogenese, Molekulare Mechanismen der Neurotransmitterfreisetzung, Ubiquitinierung und SUMOylierung in Nervenzellen, Genetische und molekulare Grundlagen neuropsychiatrischer Erkrankungen

Nils Broses Grundlagenforschungen zielen auf ein besseres Verständnis der molekularen und genetischen Vorgänge in den neuronalen Netzwerken des Zentralnervensystems. Darin werden spezifische Informationen kodiert und durch Synapsen übertragen. Verläuft dieser Prozess der synaptischen Interaktion fehlerhaft, können schwerwiegende neuropsychiatrische Erkrankungen die Folge sein.

Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Erforschung der molekularen und genetischen Ursachen sogenannter neuropsychiatrischer Erkrankungen wie Schizophrenie, Autismus und Depressionen. Er forscht zum Verständnis der Funktion der Gene, die solchen Erkrankungen zugrunde liegen. Ziele dieser Arbeit sind die Entwicklung neuer Diagnoseverfahren sowie die Erarbeitung neuer Therapieansätze.

In diesem Zusammenhang hat sich Brose mit der Signalübertragung zwischen den Nervenzellen im Gehirn beschäftigt. Forschungen weisen darauf hin, dass diese Übertragung in bestimmten Fällen von Autismus gestört ist. Die Störung tritt bei der Mutation der Gene auf, die die Bauanleitung für Proteine aus der Familie der Neuroligine tragen. Die Effekte dieses Gendefekts hat Broses Arbeitsgruppe am Tiermodell entschlüsselt. Dabei untersuchte er genetisch veränderte Mäuse, denen alle vier bekannten Proteinvarianten der Neuroligine fehlten. Diese Arbeiten haben gezeigt, dass die Reifung der Synapsen im Gehirn der mutanten Tiere gestört war. Das lässt den Schluss zu, dass ähnliche Fehlfunktionen auch bei autistischen Patienten vorliegen.

Um solche Prozesse gestörter synaptischer Übertragungen auf genetischer, molekularer und auch auf der Ebene des Netzwerks zu verstehen, hat Nils Brose das europäische Projekt „EUROSPIN“ koordiniert und in diesem Rahmen gemeinsam mit anderen Arbeitsgruppen daran gearbeitet, Ansätze zu entwickeln, wie die normale Funktion von Nervenzellen wieder hergestellt werden kann.

Werdegang

  • seit 2006 Honorar-Professor für Biochemie an der Biologischen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen
  • seit 2002 Apl. Professor für Biochemie an der Medizinischen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen
  • seit 2001 Direktor und Wissenschaftliches Mitglied, Abteilung Molekulare Neurobiologie, Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin, Göttingen
  • 1995-2001 Leiter einer selbständigen Arbeitsgruppe, Abteilung Molekulare Neurobiologie und Abteilung Neurogenetik, Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin, Göttingen
  • 1998 Habilitation und Venia legendi für Biochemie an der Georg-August-Universität Göttingen
  • 1993-1995 Forschungsstipendiat (Postdoc) am Howard Hughes Medical Institute und University of Texas Southwestern Medical Center, Dallas, USA
  • 1991-1993 Forschungsaufenthalt (Postdoc) am Molecular Neurobiology Laboratory, The Salk Institute, La Jolla, USA
  • 1990-1991 Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Abteilung Neurochemie, Max-Planck-Institut für Psychiatrie (jetzt Neurobiologie), Martinsried
  • 1990 Promotion zum Dr. rer. nat. in Biologie, Ludwig-Maximilians-Universität München und Max-Planck-Institut für Psychiatrie (jetzt Neurobiologie), Martinsried
  • 1987 Abschluss M.Sc. in Physiologie, University of Oxford, UK
  • 1981-1985 Studium der Biochemie an der Universität Tübingen

Projekte

  • seit 2011 DFG-Projekt „Analyse von Priming und Ca2+-Sensing synaptischer Vesikel in konventionellen hippocampalen Synapsen und retinalen Bändersynapsen“, Teilprojekt zu SFB 889 „Zelluläre Mechanismen Sensorischer Verarbeitung“
  • 2010-2014 EU-Projekt EUROSPIN: „Erforschung der Ursachen neuropsychiatrischer Erkrankungen und ihrer Therapie“
  • seit 2007 DFG- GSC 226: Göttinger Graduiertenschule für Neurowissenschaften, Biophysik und Molekulare Biowissenschaften
  • seit 2006 DFG-Exzellenzcluster EXC 171 „Mikroskopie im Nanometerbereich und Molekularphysiologie des Gehirns“
  • 2003-2008 DFG-Projekt „Regulation der SNARE-vermittelten Membranfusion durch Mitglieder der Complexin-Proteinfamilie“, Teilprojekt zu SFB 523 „Protein- und Membrantransport zwischen zellulären Kompartimenten“
  • 2000-2006 DFG-Graduiertenkolleg GRK 632 “Neuroplasticity: From Molecules to Systems”
  • 2000-2002 DFG-Projekt „Die Rolle der Ubiquitinligase Nedd4 in der Entwicklung des Säugernervensystems“, Teilprojekt zu SFB 271 „Molekulare Genetik morphoregulatorischer Prozesse“
  • 1999-2008 DFG-Graduiertenkolleg GRK 521 „Protein-Protein-Interaktion beim intrazellulären Transport von Makromolekülen“
  • 1995-2006 DFG-Projekt „Die Rolle der Chimaerine als Zielproteine des Diacylglyzerin-Signalweges bei Axonwachstum und Synaptogenese“, Teilprojekt zu SFB 406 „Synaptische Interaktion in neuronalen Zellverbänden“

Funktionen

  • 2011-2012 Gewähltes Mitglied des Vorstands der Deutschen Neurowissenschaftlichen Gesellschaft
  • seit 2010 Mitglied des Zentralen Auswahlausschusses der Alexander von Humboldt-Stiftung
  • 2006-2011 Associate Editor des Journal of Biochemistry
  • 2006-2009 Associate Editor von Brain Cell Biology
  • 2006-2009 Mitglied des Editorial Board, Journal of Biological Chemistry
  • seit 2005 Vorsitzender der Minerva-Stipendienkommission der Minerva-Stiftung
  • 2004-2009 Gewähltes Mitglied des Fachkollegiums Neurowissenschaften der Deutschen Forschungsgemeinschaft
  • 2004-2007 Gewähltes Mitglied des Vorstands des DFG Center for Molecular Physiology of the Brain, Göttingen
  • seit 2004 Mitglied des Otto Loewi Minerva Research Center, Jerusalem, Israel
  • 2003-2007 Mitglied des Human Frontier Science Program Fellowship Committee, Straßburg, Frankreich

Auszeichnungen und Mitgliedschaften

  • seit 2014 Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • seit 2007 Mitglied der European Molecular Biology Organization (EMBO)
  • 1998-2001 Heisenberg-Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)
  • 1997-2003 Gerhard Hess-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft
  • 1995-1997 Helmholtz-Stipendium im Fach Neurobiologie
  • 1986 E.P. Abraham Cephalosporin Fund Fees Scholarship, E.P. Abraham Cephalosporin Fund und Queen’s College, Oxford, UK
  • 1986 Florey European Scholarship am Queen’s College, Oxford, UK

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