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Nachricht │ Dienstag, 14. Dezember 2010

Ernst-Ludwig Winnacker mit Verdienst-Medaille geehrt

Ernst-Ludwig Winnacker mit Verdienst-Medaille geehrt

Feierliche Übergabe in Halle (Saale)
Foto: Thomas Meinicke / Leopoldina

Mit der Verdienst-Medaille der Leopoldina hat die Nationalakademie ihren ehemaligen Vizepräsidenten und den langjährigen Präsidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Ernst-Ludwig Winnacker, ausgezeichnet. Winnacker erhielt die Auszeichnung am 14. Dezember in der Aula der Universität Halle aus den Händen des Leopoldina-Präsidenten Jörg Hacker. „Die Verdienst-Medaille soll den Dank der Akademie widerspiegeln“, sagte Hacker, der wesentliche Verdienste Winnackers in seiner Laudatio benannte.

Winnacker, seit 1988 Mitglied der Leopoldina, habe die Akademie – besonders nach 1990 – lange Zeit als Vize-Präsident (1995 bis 2005) prägend gestaltet. Neue Sektionen seien geschaffen, neue Projekte etabliert worden. Somit sei die Leopoldina die ersten wichtigen Schritte in Richtung Arbeitsakademie gegangen. Auch heute sei Winnacker weiterhin ein unermüdlicher Ratgeber, der seine Expertise in den Leopoldina-Gremien einbringe.

Spitzenwissenschaftler und Förderer junger Wissenschaftler

Winnacker habe sich, so Hacker weiter, um die gesamte Wissenschaft verdient gemacht: Als Spitzenwissenschaftler um die Molekularbiologie und Gentechnik in Deutschland, als langjähriger DFG-Präsident um das deutsche Wissenschaftssystem und die Förderung junger Wissenschaftler. Winnacker habe auch die die deutsche Hochschullandschaft maßgeblich verändernde Exzellenzinitiative mit auf den Weg gebracht. Schließlich sei Winnacker ebenso wichtig für „die Leuchtkraft der deutschen Wissenschaft“ im Ausland gewesen, unermüdlich habe er sich für Internationalität eingesetzt, Verbindungsbüros etabliert. Dass er der erste Generalsekretär des European Research Council (ERC) in Brüssel geworden sei, sei daher konsequent gewesen; dort habe er vieles im europäischen Sinne bewegt. An diesen Einsatz Winnackers beim Aufbau des ERC erinnerte auch Cornelia Pieper, Staatsministerin im Auswärtigen Amt, in ihrem Grußwort: „Freiheit von Wissenschaft und Forschung ermöglicht uns überhaupt, Grenzen zu überwinden.“

„Überall ist die Wissenschaft gefragt. Die Probleme machen nicht an den Grenzen halt“

In seinem folgenden Vortrag „Wissenschaft ohne nationale Grenzen – eine europäische Herausforderung“ sprach Winnacker über den „merkwürdigen Widerspruch“, dass Forschung stets international ausgerichtet sei, alle diese Forschung tragenden und fördernden Organisationen aber national agierten. Ein Widerspruch, den es zu überwinden gelte – auch im Kontext der globalen Herausforderungen wie Energieversorgung, Klimawandel, den Zustand der Ozeane, die Lage der Finanzmärkte oder maßgebliche gesundheitliche Probleme wie die hohe Kindersterblichkeit. „Überall ist die Wissenschaft gefragt. Die Probleme machen nicht an den Grenzen halt“, so Winnacker.

Die Gründung des ERC in Europa sei ein wichtiger Schritt gewesen, nationale Egoismen zum Teil zu überwinden. „Dabei geht es im Wettbewerb nicht um Länder, sondern um Institutionen.“ Wissenschaftler gingen dorthin, wo sie die besten Bedingungen fänden – nationenunabhängig. In Europa seien die Magnete die Eidgenössischen Technischen Hochschulen in Zürich und Lausanne, die Universitäten Cambridge und Oxford und die Freie Universität Amsterdam. In Deutschland könnten nur die Max-Planck-Institute mit dieser Attraktivität konkurrieren. „Dabei geht es natürlich auch ums Geld.“ Winnacker plädierte schließlich dafür, die „heilige Kuh“ der EU-Agrar-Subventionen anzugehen und mit dem Geld mehr Wissenschaft und Forschung zu finanzieren.

Winnacker ist seit 1988 Mitglied der Leopoldina

Der Biochemiker Ernst-Ludwig Winnacker (Jg. 1941) war 1987 bis 1993 Vizepräsident der DFG; 1998 bis 2006 ihr Präsident. 2007 bis Juni 2009 war er erster Generalsekretär des European Research Council in Brüssel. Seit 1. Juli 2009 ist er Generalsekretär des Human Frontier Science Program in Straßburg, einer Organisation, die internationale Forschung im Bereich der Lebenswissenschaften und vor allem junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fördert. Ernst-Ludwig Winnacker ist seit 1988 Mitglied der Leopoldina in der Sektion Humangenetik und Molekulare Medizin.

Die Verdienst-Medaille wird für überragende Verdienste zum Wohle der Akademie vergeben. Sie trägt ein Porträt des geehrten Mitglieds. Die Medaille für Ernst-Ludwig Winnacker gestaltete Bernd Göbel, Lehrstuhlinhaber an der Kunsthochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein in Halle.

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