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Pressemitteilung | Dienstag, 19. März 2002

Presseinformation 6/2002

Öffentliche naturwissenschaftliche Vorträge: "- Krebsbekämpfung durch Impfung am Modellfall des Hautkrebses", "Kraterspuren des Mondes geben Hinweise auf die geologische Entwicklung von Planeten"

  • Termin: Dienstag, 26. März 2002, 16.30 Uhr
  • Ort: Vortragsgebäude der Akademie Leopoldina
    Emil-Abderhalden-Straße 36, 06108 Halle (Saale)
  • Zu den Vorträgen:

Prof. Dr. Wolfram Sterry, Berlin, Mitglied der Akademie: "Immuntherapie maligner Tumore der Haut: eine Bestandsaufnahme"

Der Hautkrebs ist bei hellhäutigen Menschen inzwischen die häufigste Krebsart überhaupt. Bekanntermaßen sind lichtbedingte Schäden der Erbsubstanz (DNA) Ursache dafür. Prinzipiell sollten entartete (Krebs-)Zellen zwar von dem sehr ausgeklügelten und sensitiven Immunsystem als fremd erkannt und beseitigt werden. Trotzdem gibt es Situationen, die die Vermehrung entarteter Zellen zulässt. Der wissenschaftliche Schwerpunkt der Forschungsgruppe um Wolfram Sterry ist die Entwicklung immunologischer Therapieverfahren zur Bekämpfung von Hautkrebs, die auf der gezielten Aktivierung des Immunsystems und der Entwicklung spezifischer Impfverfahren gegen Tumorzellen beruhen. Er wird in seinem Vortrag über den Stand der Forschung und die derzeitigen Möglichkeiten berichten. Er wird gleichzeitig darstellen, dass sich Tumoren der Haut wegen ihrer guten Beobachtbarkeit und leichten Zugänglichkeit hervorragend als Modelle zur wissenschaftlichen Weiterentwicklung der Immuntherapie auch anderer Krebserkrankungen eigenen.

Prof. Dr. Dieter Stöffler, Berlin, Mitglied der Akademie: "Der Mond und die Kollisionsgeschichte der terrestrischen Planeten"

Alle festen Körper des Planetensystems besitzen auf ihrer Oberfläche Krater, die durch Kollisionen mit anderen Himmelskörpern entstanden sind. Solche Kollisionen finden seit der Entstehung des Planetensystems, d.h. seit 4,5 Milliarden Jahren, statt. Geologisch ältere Oberflächen weisen mehr Kraterspuren als jüngere Formationen auf. Dieter Stöffler wird in seinem Vortrag darlegen, was z.B. die Apollo-Missionen zum Mond zu dieser Erkenntnis beigetragen haben. Die exakte Altersbestimmung des geborgenen Mondgesteins mittels radiometrischer Methoden kombiniert mit einer genauen Kartierung der Areale, aus denen die Proben stammen, zeigte, dass eine Oberflächeneinheit des Mondes um so mehr Krater aufweist, je älter sie ist. Inzwischen weiß man, dass die an Hand von Mondgestein gewonnenen Erkenntnisse generell Gültigkeit für Planeten haben. Das heißt, dass man durch Bestimmung der Kraterdichte auf das Alter des Gesteins an der Oberfläche von Planeten schließen kann. Dadurch ist es zum Beispiel möglich, die geologische Entwicklung von Planeten nachzuvollziehen. Für den Planeten Mars ist dies bereits gelungen.

  • Zu den Referenten:

Wolfram Sterry hat Humanmedizin studiert, eine Facharztausbildung auf dem Gebiet Dermatologie und Venerologie absolviert, war nach der Habilitation Leitender Oberarzt an der Universitätshautklinik in Kiel, wechselte danach als Direktor der Hautklinik nach Ulm und ist seit 1994 Direktor der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Charité, Medizinische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin. Sowohl in Ulm als auch in Berlin war er Dekan der Medizinischen Fakultät. Er ist Mitglied zahlreicher nationaler wie internationaler Gesellschaften, Ehrenmitglied der Österreichischen sowie der Israelischen Dermatologischen Gesellschaft und Herausgeber mehrerer internationaler Zeitschriften. Seit 2000 ist er Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina (Sektion Innere Medizin und Dermatologie).

Dieter Stöffler ist Mineraloge, war ab 1974 als Professor für Petrographie und Lagerstättenkunde im Institut für Mineralogie in Münster tätig, ab 1987 ebenfalls in Münster als Universitätsprofessor für Kosmische Mineralogie und Direktor des Instituts für Planetologie. 1993 wurde er Professor für Mineralogie und Petrographie und Direktor des Instituts für Mineralogie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Von 1993 bis 1999 war er gleichzeitig Direktor des Museums für Naturkunde der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit 1999 ist er Direktor des Instituts für Mineralogie der Humboldt-Universität zu Berlin. Er erhielt mehrere Auszeichnungen, so den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (1989) und die "Barringer Medal" der Meteoritical Society (1993). Er ist Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Gesellschaften, seit 1998 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina (Sektion Geowissenschaften).

  • Zur Akademie Leopoldina:

Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina (gegründet 1652 in Schweinfurt) mit Sitz in Halle/Saale (seit 1878) ist eine überregionale Gelehrtengesellschaft mit gemeinnützigen Aufgaben und Zielen. Sie ist die älteste naturwissenschaftliche Akademie in Deutschland. Sie trägt durch die Jahresversammlungen, fachspezifische Meetings und Symposien, monatliche Vortragssitzungen und die vielfältigen persönlichen Kontakte der Mitglieder "zum Wohle des Menschen und der Natur" bei. Ihr gehören 1 000 Mitglieder in aller Welt an. Drei Viertel der Mitglieder kommen aus den Stammländern Deutschland, Schweiz und Österreich, ein Viertel aus weiteren ca. 30 Ländern. Zu Mitgliedern werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus naturwissenschaftlichen und medizinischen Disziplinen gewählt, die sich durch bedeutende Leistungen ausgezeichnet haben.

Die Leopoldina wird von einem ehrenamtlichen Präsidium geleitet. Präsident der Leopoldina ist seit 1990 der Biologe Prof. Dr. Benno Parthier (Halle/Saale). Vizepräsidenten sind derzeit der Psychologe Prof. Dr. Paul B. Baltes (Berlin), der Chemiker Prof. Dr. Gunter S. Fischer (Halle/Saale), der Virologe Prof. Dr. Volker ter Meulen (Würzburg) und der Chemiker Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker (München). Letzterer ist zugleich Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft in Bonn. Die laufenden Geschäfte der Leopoldina führt eine Generalsekretärin, die Neurobiologin Prof. Dr. Jutta Schnitzer-Ungefug. Die Leopoldina erhält ihre finanziellen Zuwendungen für die satzungsgemäßen Aufgaben zu 80 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und zu 20 Prozent vom Land Sachsen-Anhalt.

KONTAKT

Leopoldina

Caroline Wichmann

Leiterin der Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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