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Ausbruch der Stille: Gehirn-Maschine-Interaktionen

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Leopoldina-Vorlesung von Niels Birbaumer im Rahmen des Symposiums der Klasse III - Medizin

Datum: Mittwoch, 9. Juli 2014
Uhrzeit: 18:00 bis 19:00
Ort: Leopoldina, Festsaal, Jägerberg 1, 06108 Halle (Saale)

Schlaganfälle oder chronische Erkrankungen des Bewegungssystems, wie die amyotrophe Lateralsklerose, können dazu führen, dass Menschen vollständig gelähmt sind aber geistig wach, also „komplett eingeschlossen“ sind. Bei diesen Menschen wird mit Schnittstellen zwischen Gehirn und Maschine direkt der Gedanke durch die Registrierung der Hirnaktivität entschlüsselt. Damit wird die Kommunikation dieser völlig von der Umwelt ausgeschlossenen Menschen möglich. Ähnlich geht man bei schweren Schlaganfällen vor. Hier lernt der Patient, mit seinem Gehirn („ich möchte jetzt die Hand bewegen“) die gelähmte Hand mit einer Neuroprothese zu bewegen.

Der Vortrag befasst sich mit der Steuerung von Computern und Maschinen direkt durch das menschliche Gehirn (mit „Gedanken“): Gehirn-Maschine-Interfaces (BMI). Schließlich wird von Versuchen berichtet, BMI auch bei psychischen Störungen anzuwenden und es werden ethische Implikationen diskutiert.

Niels Birbaumer

studierte Psychologie an der Universität Wien. Seit 1975 ist er Professor für Verhaltensneurobiologie an der Universität Tübingen, seit 1993 Direktor des Instituts für Medizinische Psychologie und Verhaltensneurobiologie der Universität Tübingen. Er untersucht die neurobiologischen Grundlagen von Lernen und Verhaltensmodifikation bei gesunden und neurologisch kranken Menschen. Die Anwendung der neuronalen Prinzipien von Lernen auf die Rehabilitation von medizinisch schwer zu behandelnden und chronischen Erkrankungen führte zur Entwicklung neuer Behandlungsmaßnahmen für Epilepsien, Schlaganfall, chronische Schmerzen, amyotrophe Lateralsklerose und Hirnschädigungen sowie Aufmerksamkeitsstörungen und Ängste. Das Institut von Birbaumer behauptet weltweit eine führende Stellung auf dem Gebiet der Selbstregulation von Hirntätigkeit und ihre Wirkungen auf Verhalten und Denken.

Weitere Informationen

Für die Teilnahme an der Vorlesung ist keine Anmeldung erforderlich. Der Eintritt ist frei.

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