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Mitglied im Fokus | Mittwoch, 7. April 2021

Stefan M. Pfister mit Léopold Griffuel Award geehrt

Stefan M. Pfister mit Léopold Griffuel Award geehrt

Prof. Dr. Stefan M. Pfister
Foto: Philip Benjamin

Der Molekularbiologe und Kinderarzt Stefan M. Pfister, Direktor des präklinischen Programms am Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg (KiTZ), wird mit dem Léopold Griffuel Award der Association pour la Recherche sur le Cancer ausgezeichnet. Er erhält den mit 150.000 Euro dotierten Preis in der Kategorie Grundlagenforschung gemeinsam mit dem Neurochirurgen Michael D. Taylor. Die beiden Wissenschaftler werden für ihre Forschungen zu Hirntumoren im Kindesalter geehrt.

Stefan M. Pfister erforscht die molekularen Grundlagen von bösartigen Hirntumoren bei Kindern. Er klassifiziert die Tumoren, identifiziert ihr genetisches Repertoire und bewertet die erbliche Veranlagung. Dabei hat Pfister Veränderungen im Erbgut der Tumoren entdeckt, die als Biomarker für den Krankheitsverlauf und die Ansprache von Therapien genutzt werden können. Die Klassifikation von Hirntumoren über deren molekulare Profile (Methylierungs-basierte Tumorklassifikation), die Pfister und sein Team maßgeblich mitentwickelten, hat zuletzt breiten Eingang in die WHO-Klassifikationen für Tumoren des Zentralnervensystems und Pädiatrische Tumoren gefunden. Stefan Pfisters Forschung trägt wesentlich dazu bei, auf dem Gebiet der Onkologie molekulare Erkenntnisse in die klinische Anwendung zu übertragen. Hirntumoren zählen nach Blutkrebs zu den häufigsten Krebsarten bei Kindern und sind die Hauptursache krebsbedingter Kindersterblichkeit.

Stefan M. Pfister ist Direktor der Präklinischen Kinderonkologie am Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg (KiTZ) und leitet die Abteilung Pädiatrische Neuroonkologie am Deutschen Krebsforschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft (DKFZ). Er ist stellvertretender Leiter der Sektion Pädiatrische Hirntumoren und frühe klinische Studien am Universitätsklinikum Heidelberg. Für seine Forschungen erhielt Pfister zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Deutschen Krebspreis 2013 sowie den internationalen Preis für translationale Neurowissenschaften der Gertrud-Reemtsma-Stiftung im Jahr 2016. Die Leopoldina wählte Stefan M. Pfister 2020 zu ihrem Mitglied.

Der Léopold Griffuel Award wird jährlich von der Association pour la Recherche sur le Cancer (ARC) verliehen. Die Gesellschaft ehrt damit herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Krebsforschung. Seit 2015 existieren zwei Kategorien: ein Preis für Grundlagenforschung sowie ein Preis für translationale und klinische Forschung, die jeweils mit 150.000 Euro dotiert sind. 2021 wird der Léopold Griffuel Award zum 49. Mal vergeben. Stefan M. Pfister ist der erste deutsche Wissenschaftler, der ihn erhält. Die ARC überreichte ihm den Preis am 30. März in der französischen Botschaft in Berlin.

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