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Foto: Alfred-Wegener-Institut / Kerstin Rolfes

Forschung

Forschungsschwerpunkte: Polarforschung, Biologische Ozeanografie, Marine Mikrobiologie, Tiefseeökosysteme, Molekulare Ökologie, Geomikrobiologie

Antje Boetius ist eine deutsche Meeresforscherin und Mikrobiologin, die sich auf Fragen der marinen Stoffkreisläufe und Lebensvielfalt wie auch auf die Erforschung von Tiefseeökosystemen mit Unterwasserrobotern spezialisiert hat. Sie beschäftigt sich derzeit vor allem mit den Auswirkungen des Klimawandels auf die Biogeochemie und Biodiversität des Arktischen Ozeans.

Antje Boetius spürt in ihren Forschungen Mikroorganismen nach, die Teile des Meeresbodens besiedeln und langfristig großen Einfluss auf das weltweite Klimageschehen haben. Der Meeresforscherin gelang es, auf dem Ozeangrund mikrobielle Lebensgemeinschaften aus Sulfat reduzierenden Bakterien und methanotrophen Archaea nachzuweisen. Diese Mikroorganismen veratmen in sauerstofffreier Umgebung das in gewaltigen Mengen im Meeresgrund vorhandene Methan. Dadurch gelangt nur ein Teil dieses Treibhausgases in die Atmosphäre, das 25 mal stärker wirkt als CO2. Diesen Prozess der anaeroben Oxidation von Methan, kurz AOM, konnte Boetius als erste beschreiben, was für Ökologen, Geologen und Ozeanografen sowie Mikrobiologen und Biochemiker von gleichermaßen hohem Interesse war.

Mit ihren Arbeiten trägt Boetius entscheidend zum Verständnis eines bedeutenden Prozesses im globalen Klimakreislauf bei. Aktuell beschäftigt sich die Geowissenschaftlerin mit der Erforschung von Tiefseeorganismen unter dem arktischen Eis und den Auswirkungen der globalen Klimaerwärmung auf polare Ökosysteme.

Ein Großteil von Antje Boetius‘ Arbeit findet auf hoher See statt. Seit 1989 hat sie an rund 50 Expeditionen auf deutschen und ausländischen Forschungsschiffen teilgenommen und dort mit zahlreichen innovativen Methoden Proben entnommen und analysiert.

Werdegang

  • seit 2017 Direktorin, Alfred-Wegener-Instituts (AWI), Helmholtz-Zentrum für Polar und Meeresforschung
  • 2012-2018 Vizedirektorin, MARUM Exzellenzcluster, Universität Bremen
  • seit 2009 Professorin für Geomikrobiologie, Universität Bremen
  • seit 2008 Leiterin, HGF-MPG Brückengruppe für Tiefsee-Ökologie und -Technologie, Alfred-Wegener-Institut (AWI), Helmholtz-Zentrum für Polar und Meeresforschung
  • 2003-2008 Leiterin, „Microbial Habitat“ Gruppe, Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie, Bremen
  • 2001-2008 Professorin, International University Bremen (heute Jacobs University Bremen), wissenschaftliche Mitarbeiterin, Alfred-Wegener-Instituts (AWI), Helmholtz-Zentrum für Polar und Meeresforschung, Fachbereich Geologie
  • 1999-2001 Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie, Bremen
  • 1996-1999 Postdoktorandin, Institut für Ostseeforschung, Warnemünde
  • 1996 Promotion, Universität Bremen
  • 1993–1996 Promotionsstudentin, Alfred-Wegener-Instituts (AWI), Helmholtz-Zentrum für Polar und Meeresforschung
  • 1989-1990 Studium mit dem Hauptfach Biologische Ozeanographie, Scripps Institution of Oceanography San Diego, University of California, USA
  • 1986-1992 Studium der Biologie, Universität Hamburg

Funktionen

  • 2014-2020 Vorsitzende, Lenkungsausschuss, Wissenschaft im Dialog (WiD)
  • seit 2015 Mitglied, Senat, Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
  • 2014-2016 Vorsitzende, Wissenschaftliche Kommission, Wissenschaftsrat
  • seit 2014 Mitglied, Senat, Leibniz-Gemeinschaft
  • seit 2012 Vize-Direktorin, MARUM Cluster of Excellence, Universität Bremen
  • 2010-2016 Mitglied, Wissenschaftsrat
  • Gutachterin für zahlreiche Fachzeitschriften und Zuwendungsgeber

Projekte

  • 2015-2019 EU-Projekt „AtlantOS – auf dem Weg zu einem integrierten atlantikweiten Beobachtungssystem“, gefördert durch Europäische Kommission
  • 2015-2017 „Ökologische Aspekte des Tiefseebergbaus, Joint Programming Initiative Healthy and Productive Seas and Oceans – JPI Oceans“
  • 2014-2020 FRAM - Frontiers in Arctic Marine Monitoring – HGF Research Infrastructure, Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF)
  • 2013-2018 Allianz „Robotische Exploration unter Extrembedingungen – ROBEX“, Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF)
  • 2012-2017 ERC Advanced Grant „ABYSS (Assessment of Bacterial Life and Matter Cycling in Deep-Sea Surface Sediments)“
  • 2009-2018 Gottfried Wilhelm Leibniz-Programm, Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
  • 2009-2018 MARUM Exzellenzcluster, Universität Bremen
  • 2009-2015 BMBF-Projekt „BIOACID: Biologische Auswirkungen von Ozeanversauerung“, gefördert durch Bundeministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
  • 2009-2010 DFG MERIAN-Expedition
  • 2007-2008 DFG METEOR-Expedition

Auszeichnungen und Mitgliedschaften

  • 2021 Preis der Klüh-Stiftung
  • seit 2021 Auswärtiges Mitglied der Klasse für Biowissenschaften, Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften
  • 2021 Mercator-Professur an der Universität Duisburg-Essen
  • 2019 Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland
  • 2019 Robert L. and Bettie P. Cody Award
  • 2019 Leibniz-Ring-Hannover
  • 2018 Deutscher Umweltpreis
  • 2018 Communicator-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)
  • 2017 Copernicus-Medaille
  • 2017 Carl Friedrich Gauß-Medaille
  • seit 2016 Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften
  • seit 2014 Hector Fellow der Hector Stiftung II
  • 2014 Hector Wissenschaftspreis
  • 2014 Exzellenz Professur der Prof.-Dr.-Werner-Petersen-Stiftung
  • 2014 Gewähltes Mitglied der American Geophysical Union AGU
  • 2013 Wissenschaftspreis des International Ecology Institute (ECI)
  • seit 2011 Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz
  • 2010 Auswärtiges Wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft
  • 2009 Distinguished Professor, Jacobs University
  • 2009 Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)
  • seit 2009 Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • 2006 Medaille de la Societé d’Oceanographie de France

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