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Pressemitteilung | Dienstag, 13. September 2011

Leopoldina ehrt herausragende junge Wissenschaftler

Im Rahmen der feierlichen Eröffnung ihrer Jahresversammlung am 23. September 2011 in Halle (Saale) zeichnet die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina herausragende junge Wissenschaftler für ihre Forschungsleistungen mit dem „Leopoldina-Preis für junge Wissenschaftler“ und dem „Georg-Uschmann-Preis für Wissenschaftsgeschichte“ aus.

Den „Leopoldina-Preis für junge Wissenschaftler” erhält Dr. Marc Remke (Jahrgang 1981), Universitätsklinikum Heidelberg. Marc Remke hat seine Promotion am Deutschen Krebsforschungszentrum im Jahr 2009 mit summa cum laude abgeschlossen. Dabei befasste er sich mit der genomweiten Analyse von kindlichen Hirntumoren und Leukämien. Durch seine herausragenden wissenschaftlichen Arbeiten an kindlichen Neoplasien hat sich Marc Remke bereits in der pädiatrischen Neuroonkologie/Hämatologie fest etabliert. Unter anderem hat er maßgeblich zur Entwicklung von molekularen Risikostratifizierungsmodellen für pädiatrische und adulte Medulloblastom-Patienten beigetragen. Diese Erkenntnisse haben das Potenzial, Eingang in die therapeutische Nutzung im Sinne einer individualisierten Therapie zu finden.

Der „Georg-Uschmann-Preis für Wissenschaftsgeschichte“ geht an Dr. Viola Kristin Balz (Jahrgang 1973). Sie hat mit ihrer Dissertation zum Thema „Zwischen Wirkung und Erfahrung. Psychopharmaka neu denken. Eine historische Analyse der Wirksamkeitskonstruktionen der Neuroleptika in der Bundesrepublik Deutschland, 1950–1980“ eine Arbeit vorgelegt, die Maßstäbe setzt und ein neues Forschungsfeld für die Wissenschaftsgeschichte erschließt. Mit ihrer Arbeit legt sie erstmals eine Studie zur ersten Markteinführung der Neuroleptika in Westdeutschland vor – verbunden mit einer Untersuchung über den Zusammenhang zwischen den Selbstexperimenten der beteiligten Wissenschaftler, deren Umgang mit den Patienten (erforscht an zahlreichen Krankenakten der Universitätsklinik Heidelberg) sowie dem sich wandelnden kategorialen Rahmen psychiatrischer Diagnostik und der Arzneimittel-Kultur in der frühen Nachkriegszeit der Bundesrepublik Deutschland. Dabei kombiniert sie methodisch Elemente der historischen Epistemologie, der Actor-Network-Theorie und der Gender-Forschung und vereint sie zu einem eigenen Ansatz. Im Hintergrund steht das Vorhaben, einer Psychiatriegeschichte näherzukommen, welche die Patienten aus der Rolle der Devianten befreit.

Zu den Preisen: Seit 1993 wird der „Leopoldina-Preis für junge Wissenschaftler“ aus Mitteln der Karl-Lohmann-Schenkung vergeben. Der Preis wird Nachwuchswissenschaftlern zuerkannt, die das 30. Lebensjahr noch nicht vollendet und sich durch eine bemerkenswerte Leistung auf dem Gebiet der Naturwissenschaften, der Medizin oder der Wissenschaftsgeschichte ausgewiesen haben. Mit dem „Georg-Uschmann-Preis für Wissenschaftsgeschichte“, der den Namen des Wissenschaftshistorikers Georg Uschmann (1913–1986) trägt, zeichnet die Leopoldina eine wissenschaftshistorisch hervorragende Dissertation aus. Gestiftet wurde der Preis im Jahr 1996 von Ilse und Eugen Seibold (Freiburg im Breisgau). Beide Preise sind mit jeweils 2.000,– € dotiert.

ANSPRECHPARTNER

Leopoldina

Caroline Wichmann

Leiterin der Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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