Postinfektiöse Erkrankungen
Die Grippe ist längst abgeklungen, das Pfeiffersche Drüsenfieber, SARS oder Covid-19 überwunden, doch für viele Menschen endet die Erkrankung nicht mit der akuten Infektion. Zahlreiche Betroffene leiden noch Monate oder Jahre später unter schweren gesundheitlichen Einschränkungen. Erschöpfungszustände, chronische Schmerzen, Herzrasen oder Atemnot führen nicht selten dazu, dass sie arbeitsunfähig werden und ihren Alltag kaum bewältigen können. Das schränkt die persönliche Lebensqualität erheblich ein und wirkt sich zudem negativ auf die Gesellschaft und die Wirtschaft aus.
Zuletzt bearbeitet: 16. April 2026
Mit Ausbruch der Corona-Pandemie im Jahr 2020 ist die Zahl dieser Patientinnen und Patienten deutlich gestiegen. Von Post-COVID und Long COVID ist seither die Rede – Bezeichnungen, die das Problem der Postinfektionen ins öffentliche Bewusstsein rückten. Ein Teil der Betroffenen entwickelt Symptome, die dem Krankheitsbild einer Myalgischen Enzephalomyelitis und dem Chronischen Fatigue Syndrom zugeordnet werden, kurz ME/CFS: Eine schwere neuroimmunologische Erkrankung, die zu körperlicher Behinderung führen kann. Neben einer körperlichen Schwäche erleiden einige zusätzlich neurokognitive und immunologische Symptome.
Als Auslöser gelten Infektionen mit Influenza-Viren, dem Epstein-Barr-Virus, Sars-CoV-1 und -2 oder anderen Erregern. Über die zugrundeliegenden Mechanismen ist erst wenig bekannt. Da verlässliche Biomarker zur molekularen Identifizierung fehlen, ist eine eindeutige Diagnose kaum möglich. Ebenso schwierig gestaltet sich die Behandlung: Vor allem wird versucht, die schweren Symptome zu lindern. Eine spezifische, zugelassene Therapie steht noch nicht zur Verfügung.
Die Arbeitsgruppe untersucht, wie gut Long-Covid-Betroffene in Deutschland derzeit medizinisch versorgt werden und welche Daten zu Postinfektionen zur Verfügung stehen. Zudem wird der Forschungsstand zu den Ursachen und Krankheitsmechanismen postinfektiöser Erkrankungen analysiert, um evidenzbasierte Empfehlungen für Diagnose, Versorgung und Prävention zu geben.
Sprecherinnen und Sprecher der Arbeitsgruppe
Weitere Mitglieder der Arbeitsgruppe
- Prof. Dr. Uta Behrends, Pädiatrische Infektiologie und Immunbiologie, TU München
- Prof. Dr. med. Sandra Ciesek, Goethe-Universität Frankfurt am Main
- Prof. Dr. Christian Drosten, Institut für Virologie, Charité Universitätsmedizin Berlin
- Prof. Dr. Jutta Gärtner, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsmedizin Göttingen
- Prof. Dr. Jochen Gensichen, Institut für Allgemeinmedizin, LMU München
- Prof. Dr. Eberhard Hildt, Hasso-Plattner-Institut für Digital Engineering, Potsdam
- Prof. Dr. Stefan Huster, Institut für Sozial- und Gesundheitsrecht, Ruhr-Universität Bochum
- Prof. Dr. Hans-Georg Kräusslich, Zentrum für Infektiologie, Universitätsklinik Heidelberg
- Prof. Dr. Thomas Krieg, Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie der Universität zu Köln
- Prof. Dr. Jörg Meerpohl, Institut für Evidenz in der Medizin, Universität Freiburg
- Prof. Dr. Sven Meuth, Klinik für Neurologie, Universität Düsseldorf
- Prof. Dr. Ulrike Protzer, Institute of Virology, Helmholtz-Zentrum München
- Prof. Dr. Andreas Radbruch, Department of Experimental Rheumatology, Charité Universitätsmedizin Berlin
- Prof. Dr. Bettina Schöne Seifert, Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin, Universität Münster
- Prof. Dr. Leonie Sundmacher, Fachgebiet Gesundheitsökonomie, TU München
- Prof. Dr. Lothar Wieler, Digital Global Public Health, Hasso-Plattner-Institut für Digital Engineering, Potsdam
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Kontakt Dr. Stefanie Bohley
Referentin der Abteilung Wissenschaft - Politik - Gesellschaft
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Kontakt Dr. Christian Anton
Referent der Abteilung Wissenschaft – Politik – Gesellschaft