Förderung der Selbstregulationskompetenzen von Kindern und Jugendlichen

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Kinder und Jugendliche klagen im schulischen Umfeld und darüber hinaus zunehmend über Stresserleben. Dazu können zum Beispiel hoher Leistungsdruck und die zunehmende Nutzung digitaler Technologien und sozialer Medien beitragen. Das hat deutliche Auswirkungen auf das Wohlbefinden und die Lernleistungen von Schülerinnen und Schülern und ihr soziales Miteinander. Die mit der Coronapandemie einhergehenden Belastungen haben diese Problematik noch verstärkt. Dies betrifft insbesondere sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche.

Um solchen negativen Entwicklungen bei Kindern und Jugendlichen entgegenzuwirken, bedarf es wirksamer Maßnahmen. Selbstregulationskompetenzen, also die Fähigkeit zum angemessenen Umgang mit eigenen Emotionen und zur Steuerung von Aufmerksamkeit und Verhalten, ist entscheidend für die Stressreduktion und die Möglichkeit, die eigenen Lebensbedingungen mitgestalten zu können. Psychologische und neurowissenschaftliche Forschungen zeigen, dass achtsamkeitsbasierte Interventionen und Methoden der  kognitiven Verhaltenstherapie wirksame Werkzeuge zur Steigerung von Selbstregulationskompetenzen darstellen. Breit angelegte Studien zeigen, dass sie auch die individuellen Entwicklungsmöglichkeiten und das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen deutlich verbessern. Zusätzlich sind als Folge dieser Techniken neuroplastische Veränderungen des Gehirns nachgewiesen worden, die mit erhöhter Resilienz einhergehen.  Bisher spielt das Erlernen von Selbstregulation im Kindergarten- und Schulalltag in Deutschland jedoch kaum eine Rolle.

Darum wird sich die Leopoldina-Arbeitsgruppe, bestehend aus Expertinnen und Experten aus den Bereichen Neurowissenschaften, Psychologie, Psychiatrie, Pädagogik, Ökonomie, Soziologie, Philosophie und Informatik diesem Thema widmen. Sie möchte  einerseits die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur frühen Vermittlung von Techniken erheben, die eine Stärkung von Selbstregulationskompetenzen versprechen. Andererseits möchte sie konkrete Handlungsempfehlungen zur Realisierung solcher Kompetenzentwicklung im Kindergarten- und Schulalltag geben. Außerdem zielt die Arbeitsgruppe auf eine breite und informierte Diskussion in der interessierten Öffentlichkeit über Möglichkeiten, die psychische Gesundheit von Menschen systematisch zu fördern.

Sprecherin und Sprecher der Arbeitsgruppe

Mitglieder der Arbeitsgruppe

  • Prof. Dr. Klaus-Michael Debatin ML, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Ulm
  • Prof. Dr. Jörg M. Fegert, Wissenschaftlicher Beirat für Familienfragen; Kinder- und Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum Ulm
  • Prof. Dr. Alexandra Freund ML, Lehrstuhl für Entwicklungspsychologie: Erwachsenenalter, Institut für Psychologie, Universität Zürich
  • Prof. Corina Greven, Donders Institute for Brain, Cognition and Behaviour, Radboud Universiteit Nijmegen
  • Prof. Dr. Annette Grüters-Kieslich ML, Institut für Pädiatrische Endokrinologie, Campus Virchow-Klinikum, Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • Prof. Dr. Iryna Gurevych ML, Fachbereich Informatik, Ubiquitäre Wissensverarbeitung (UKP), Technische Universität Darmstadt
  • Prof. Dr. Ralph Hertwig ML, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Forschungsbereich Adaptive Rationalität
  • Prof. Dr. Stefan Hofmann, Fachbereich Psychologie, Translationale Klinische Psychologie, Philipps-Universität Marburg
  • Prof. Dr. Frauke Kreuter, Lehrstuhl für Statistik und sozialwissenschaftliche Methodenlehre, Fakultät für Sozialwissenschaften, Universität Mannheim
  • Prof. Dr. Ulmann Lindenberger ML, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin
  • Prof. Dr. Thomas Metzinger ML, Fachbereich Philosophie und Philologie, Schwerpunktbereich Theoretische Philosophie/Wissenschaftsphilosophie, Johannes Gutenberg-Universität zu Mainz
  • Prof. Dr. Andreas Meyer-Lindenberg ML, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI), Mannheim
  • Prof. Dr. Florian Schmiedek, Abteilung Bildung und Entwicklung, Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation (DIPF), Frankfurt am Main
  • Prof. Dr. Silvia Schneider, Lehrstuhl Klinische Kinder- und Jugendpsychologie, Ruhr-Universität Bochum
  • Prof. Dr. Wolfgang Schneider ML, Institut für Psychologie, Julius-Maximilians-Universität Würzburg
  • Prof. Dr. Ulrich Trautwein, Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät, Eberhard Karls Universität Tübingen
  • Prof. Dr. Michèle Wessa, Leibniz-Institut für Resilienzforschung (LIR) gGmbH, Mainz
  • Prof. Dr. Alexander Woll, Institut für Sport und Sportwissenschaft am Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

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