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Zentrum für Wissenschaftsforschung

Hirnforschung an Instituten der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Kontext nationalsozialistischer Unrechtstaten

Mit der Erforschung von Hirngewebeproben der Opfer des Nationalsozialismus beschäftigt sich das Forschungsprojekt „Hirnforschung in der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft“. Ergebnis des Projekts wird eine umfassende elektronische Datenbank im Leopoldina-Zentrum für Wissenschaftsforschung sein, die von Dr. Aleksandra Loewenau koordiniert wird. Die Datenbank wird Informationen und statistische Analysen zu Opfern, Tätern, medizinischen Verfahren und der Nutzung von Proben nach dem Ende des Nationalsozialismus umfassen. Das langfristige Ziel der Forschung wird die Erarbeitung von Biographien der Opfer sein, um ihre vollständigen Lebensgeschichten zu rekonstruieren und die Nutzung der Hirngewebeproben zu dokumentieren.

Unter der Leitung von Prof. Paul J. Weindling ML (Oxford Brookes University), Prof. Gerrit Hohendorf (TU München), Dr. Herwig Czech in Zusammenarbeit mit Prof. Volker Roelcke ML (Universität Gießen) und Dr. Patricia Heberer (United States Holocaust Memorial Museum) soll der Prozess der Gewinnung, Erforschung, Konservierung und Entsorgung von Gehirnproben verfolgter Personen im Nationalsozialismus genauer untersucht werden.

Dabei besteht die größte Gruppe aus psychiatrischen Patientinnen und Patienten, die den Euthanasie-Morden der Nazis zum Opfer fielen. Weitere Opfer waren französische und polnische Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter, hingerichtete Personen des NS-Justizsystems, Opfer der medizinischen Forschung in Dachau sowie vertriebene Juden aus Judenvierteln im von Deutschland besetzten Polen. Für das Verbundprojekt stellte die Max-Planck-Gesellschaft (ehemals Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft) im Juli 2017 Mittel bereit.

Weitere Informationen

Projektleitung: Prof. Dr. Paul J. Weindling ML (Oxford Brookes University), Prof. Gerrit Hohendorf (TU München), Dr. Herwig Czech in Zusammenarbeit mit Prof. Volker Roelcke ML (Universität Gießen),
Dr. Patricia Heberer (United States Holocaust Memorial Museum)

Bearbeiterin:

Salina Grünwald

Veranstaltungen:
„Dark Years: The Legacy of Euthanasia“, Film und Diskussion im Puschkino, Kardinal-Albrecht-Straße 6, Dienstag, 27. November 2018

KONTAKT

Leopoldina

Prof. Dr. Rainer Godel

Leiter der Abteilung Zentrum für Wissenschaftsforschung

Tel. 0345 - 47 239 - 115
Fax 0345 - 47 239 - 139
E-Mail rainer.godel @leopoldina.org

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